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08.06.2021

Verkehrsversuch Dudenhöfer Straße

Der einjährige Verkehrsversuch in der Dudenhöfer Straße ist beendet und die Stadt Rodgau zieht ein Resümee. In erster Linie galt es herauszufinden, wie die Veränderungen angenommen wurden und ob sie beibehalten oder noch ergänzt werden. Im zweiten Schritt stellt sich die Frage, ob oder wie die in Jügesheim gemachten Erfahrungen in anderen Stadtteilen umgesetzt werden können. Vor und während des Verkehrsversuchs wurden Fahrzeugzählungen vorgenommen und Geschwindigkeits- und auch Parkverhalten beobachtet und damit eine belastbare Grundlage für eine Auswertung geschaffen. Wie war die Ausgangslage? In der Vergangenheit kam es durch das verbotswidrige Parken auf dem westlichen Gehweg der Dudenhöfer Straße zu Behinderungen von Fußgängern. Diese mussten teilweise auf die viel befahrene Straße ausweichen. Im Verkehrsversuch wurden deshalb 22 Parkflächen auf der Fahrbahn markiert und das Parken auf dem Gehweg verboten. Dadurch wurde der Raum für die Fahrzeuge auf der Straße enger und im Begegnungsverkehr noch mehr Achtsamkeit gefordert. Damit sich die Fahrzeugführer auf entgegenkommende Verkehrsteilnehmer situationsangemessen einstellen können, wurde die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h reduziert. Regelmäßige Kontrollen durch die Ordnungsbehörde haben ergeben, dass sich die Parksituation im Bereich des Verkehrsversuches inzwischen geordnet darstellt. Die Gehwege sind frei und bieten damit den Fußgängern, Menschen mit Gehhilfen oder auch Eltern mit Kinderwagen einen angemessenen Bewegungs- und auch Schutzraum. Die neue Parksituation in der Dudenhöfer Straße wird durchgehend als positiv bewertet. Es scheint, als würden vermehrt private Stellplätze genutzt. Der Verkehrsversuch hat auch gezeigt, dass die Einrichtung eines zeitbegrenzten Parkens vor der ansässigen Metzgerei und anderen Gewerbebetriebe dienlich ist. Eine entsprechende verkehrliche Anordnung wird derzeit geprüft. Wie schaut es mit der Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit? Tatsächlich ist es so, dass sich fast alle Fahrzeugführer vor dem Verkehrsversuch an die Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h gehalten haben. Das hatten die Kontrollmessungen ergeben. Etwas anders sah es nach der Einführung der 30 km/h aus. Die gefahrene Geschwindigkeit bewegte sich bei unterschiedlichen Messungen zwischen 17 und 34 Prozent im sanktionierbaren Bereich. Das bedeutet, sie lag höher als 39 km/h. „Faktisch hat sich also an den gefahrenen Geschwindigkeiten nicht viel geändert, ob nun die Schilder 50 oder 30 km/h vorgeben. Das ist kein befriedigendes Ergebnis und daran müssen wir arbeiten.“, erläutert Erster Stadtrat Michael Schüßler, denn die Reduzierung der Geschwindigkeit dient ja hauptsächlich einer Erhöhung der Sicherheit im laufenden Verkehr. Schlussendlich wurde im Rahmen des Verkehrsversuches auch untersucht, ob sich der Verkehr in die Nebenstraßen verlagert hat. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Babenhäuser Straße. Die Fahrzeugbewegungen dort wurden in unterschiedlichen Zeiträumen erfasst. Eine Mehrbelastung des fließenden Verkehrs in der Babenhäuser Straße aufgrund der veränderten Verkehrssituation in der Dudenhöfer Straße ergab sich objektiv nicht. Alles in Allem wird der Verkehrsversuch positiv bewertet und die Maßnahmen bleiben nach der Versuchsphase dauerhaft. Die erfassten Zahlen fließen in jedem Fall in das Mobilitätskonzept ein. War der Verkehrsversuch mit seinen Veränderungen in der Dudenhöfer Straße eine Art „Protoyp“ für andere Bereiche? „Ja, wir sehen weitere Maßnahmen auf den Hauptverkehrsstraßen vor. Derzeit wird das Parken auf der Ludwigstraße überplant.“, so Ordnungsdezernent Michael Schüßler. Auch hier gilt bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Blick geht zudem auf die Hauptverkehrsstraßen in den anderen Stadtteilen. In Dudenhofen ist die Verkehrsplanung auf der Niewpoorter Straße bereits Bestandteil des Stadtumbau-Projektes und für die Ober-Rodener-Straße in Nieder-Roden sollen ebenfalls Maßnahmen folgen.