Seiteninhalt
Inhalt
15.11.2022

Fotoinszenierungen in der Rodgau-Galerie

Wie Filmszenen muten die Fotografien von Moritz Koch an. Mit einer Vernissage und Einführung durch Stadtrat Winno Sahm beginnt dessen Ausstellung in der Rodgau Galerie am 23. November um 19 Uhr. Die Galerie ist bereits ab 18 Uhr geöffnet, um sich vorab ein Bild zu machen. Nach dem Grußwort des Kulturdezernenten übernimmt Kunsthistoriker Marco Thoms eine Führung durch die Werke von Koch. Zudem können die Gäste einen Blick auf die Making-of-Videos der Entstehung der Fotoinszenierungen werfen. Zu sehen sind die Objekte bis 18. Januar. Moritz Koch, 24 Jahre alt, arbeitet schon wie ein alter Profi. Er organisiert die Sets für das Foto wie für Filmaufnahmen. Es gibt Maske, Hairstylisten, Requisite, Script für den Ablauf, jede Menge Statisten und interessante Ausstattung, um das Ganze wie eine Szene aus einem amerikanischen 50er oder 60er Jahre Film wirken zu lassen. Bei manchen Aufnahmen sind bis zu 50 Personen involviert. Die Vorbereitungen vom Schminken, Frisieren, Einkleiden bis zum Positionieren aller Beteiligten und der Requisitenteile dauern meist einen ganzen Tag, bis alles arrangiert ist für das eigentliche Foto. Original Oldtimer kommen da zum Einsatz, Frauen mit Lockenwicklerfrisuren, stylische Outfits und vieles, detailreiches mehr, um eine bestimmte, gewollte Atmosphäre zu schaffen. Hübsch sieht das aus, auf den ersten Blick, perfekt in Szene gesetzt. Eine heile Welt, doch der erste Blick täuscht. Koch möchte mit seinen Werken auch zum Nachdenken anregen und alle Menschen erreichen, nicht nur die speziell Kunstinteressierten. Daher verbirgt er in seinen Bildern Andeutungen, die sich auf politische Themen, die Smartphone Gesellschaft, den unvermeidlichen Klimawandel und menschliche Ideale beziehen. Wer genau hinschaut, kann dies alles in den wie Gemälde wirkenden Objekten entdecken. Oder es sich an der Vernissage von ihm persönlich erzählen lassen. Koch ist Autodidakt und möchte in Zukunft Film studieren. Wenn man seine Making-Of Videos auf der Homepage anschaut, sieht man, dass er vieles aus dem Filmbusiness schon beherrscht, wie Ausleuchtung, Arrangement, Timing oder Regieanweisung. Sein besonderes Organisationstalent beweist er auch beim Netzwerken, um die Statisten und weitere Assistenten zu gewinnen, beim Beschaffen von behördlichen Genehmigungen, bei der Rekrutierung der Oldtimer und anderer Requisiten, beim Sponsoring oder Marketing. Alles macht der umtriebige, energiegeladene Mann selbst, mit viel Ausdauer und Charme. Dabei kommt er ganz bescheiden daher. Die Agentur Kultur, Sport und Ehrenamt freut sich, diese gesellschaftskritischen Bildchoreografien, die den Betrachtenden unweigerlich in den Bann ziehen, in der Rodgau-Galerie, Nieuwpoorter Straße 90, zeigen zu können. Bevor dem Mainzer der Absprung nach Berlin oder München gelingt und es schwierig wird, ihn als Ausstellenden zu gewinnen. Die Galerie ist Mittwoch von 18 bis 21 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Homepage vom Moritz Koch lautet: studio-moritzkoch.de.




06.10.2015