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01.03.2022

Vielfältige Wohngemeinschaft im Wald

Die Aufforstung der Sturmschadensbereiche im Jügesheimer Wald geht weiter. Rund 26200 Bäume wurden Anfang des Jahres gepflanzt und sie bilden eine recht abwechslungsreiche „Wohngemeinschaft“: 24000 Traubeneichen, 1000 Ungarische Eichen, je 400 Wildkirschen und Edelkastanien, 300 Mehlbeeren, je 50 Wildbirnen und Wildäpfel stehen zukünftig zusammen auf einer Gesamtfläche von 4 Hektar.  Die Baumarten wurden entsprechend der Standortverhältnisse und den zu erwartenden klimatischen Verhältnissen ausgewählt. Die Pflanzen können auch längere Trockenperioden überstehen. Die Anzahl der verschiedenen Baumarten dient der Erhöhung der genetischen Vielfalt und ist Teil des Wiederbewaldungskonzeptes, um einen klimastabilen Mischwald zu erhalten. Das Forstamt Langen überwacht und koordiniert die durch eine Firma durchgeführten Zaunbau-und Pflanzarbeiten. Auf die Gestaltung eines stufigen Waldinnenrandes wird geachtet, um einen Sturmstabilen Waldbestand zu entwickeln. Darum werden entlang der Außenrändern an 3 Seiten die Obstbaumarten Wildkirsche, Wildbirne sowie Wildapfel und an der anderen Seite die Mehlbeeren gepflanzt. Diese Baumarten erreichen nicht die Wuchshöhe der Eichen. Unter einem stufigen Aufbau versteht man, das die hochwachsenden Hauptbaumarten im Zentrum stehen gefolgt von niedrigeren sogenannten Sekundärbäumen wie zum Beispiel Obstbäume. Den Abschluss bilden dann Sträucher und Büsche. Dies hat den Vorteil, dass sich die Bäume bei Stürmen gegenseitig stützen, und der Wind abgeleitet wird. Entgegen der klassischen reinen Reihenpflanzung werden auf der Fläche verteilt in 4 sogenannten Nestern bzw. Plots zwischen den Trauben- und Ungarischen Eichen zusätzlich je 100 Kastanienbäume gepflanzt, um neben dem Innenrand auch auf der Fläche einen durchmischten Bestand zu erhalten. Zudem kann sich zusätzlich auf der Fläche Naturverjüngung durch sich im Boden befindlichen oder auch angeflogenen Samen (Kiefer, Birke) entwickeln. Da vor allem das Rehwild die neuen Bäume Wort wörtlich „zum Fressen gerne hat“ ist es notwendig, die Pflanzfläche mit einem etwa 800 Meter langen Wildschutzzaun zu schützen. Sobald die Bäume eine bestimmte Größe erreicht haben, wird der Zaun entfernt. Außerdem werden auf der Fläche sogenannte „Sitzkrücken“ aufgestellt, damit Raubvögel die Mäusepopulation unter Kontrolle halten, da die Nager neben den Wurzeln auch die Rinde und Triebe der Bäumchen fressen. Im Moment sollten Menschen dem Wald allerdings noch fern bleiben. Die diversen Stürme in den letzten Tagen haben natürlich auch im Wald für umgefallene Bäume und Astbrüche gesorgt. Auch wenn schon wieder kräftig aufgeräumt wird, bleibt die Situation noch immer gefährlich. So kann ein Baum auch erst nach Tagen umfallen, wenn beispielsweise der Wurzelbereich durch den Sturm gelockert wurde. Auch hängen an vielen Stellen gebrochene Äste in den Bäumen, die sich erst später lösen und dann herabfallen. Die Forstwirte sind im Rodgauer Wald unterwegs und stellen die Verkehrssicherheit der Wege wieder her – sie können aber nicht überall gleichzeitig sein. Aus diesem Grund die dringende Bitte an die Waldfans, sich noch etwas mit Aktivitäten im Wald zurückzuhalten.

06.10.2015